Aufruf zum Handeln für die Rechte der Frauen

Karin Nordmeyer, Präsidentin UN Women Deutschland

Wir, die globale Zivilgesellschaft, haben lange Zeit darum gekämpft, politisch durchsetzbare Lösungen zu finden, um Konfliktsituationen in Gesellschaften zu verhindern, Menschen vor Krieg und Gewalt zu schützen, Kriegstäter zu verfolgen und Gesellschaften wiederaufzubauen.

Schließlich haben wir, die globale Zivilgesellschaft und die Regierungen, seit dem Jahr 2000 die Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen mit neun zusätzlichen Resolutionen zur Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit (WPS) in der Hand.

     Diese Resolutionen wurden als eine großartige Gelegenheit für uns alle gesehen, Frieden zu ermöglichen, indem Frauen auf allen Ebenen der Friedensprozesse und in die Sicherheitspolitik aktiv einbezogen werden. Im Jahr 2020 – 20 Jahre nach der Annahme und dem Inkrafttreten der Resolution 1325 – sieht die Realität jedoch ganz anders aus, insbesondere aus Sicht der Frauen. Frauen, die

  • immer noch allgemein von formellen Friedensverhandlungen ausgeschlossen werden;
  • nicht vor sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten geschützt werden; und
  • kein integraler Bestandteil der Präventionsbemühungen sind

Darüber hinaus sind Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen nach wie vor nicht geschlechtsspezifisch, und weder die wichtigen frauenspezifischen Kenntnisse und Erfahrungen noch die wirksame Beteiligung von Frauen, werden von den Regierungen der Konfliktparteien bei der Entwicklung einer Lösung angestrebt.

Fazit

 Der politische Wille der Regierungen ist nicht stark genug, um die WPS-Agenda ernst zu nehmen und die Bestimmungen umzusetzen. Auch im Jahr 2021 muss die Zivilgesellschaft eine wesentliche Rolle spielen, um diese Agenda zum Leben zu erwecken.

     Viele von uns Frauen engagieren sich aktiv in verschiedenen Krisenpräventions-, Schutz- und Wiederaufbaumaßnahmen, sodass wir Ihnen versichern können, dass wir niemals die Teilnahme am Streben nach Frieden aufgeben und daran arbeiten werden, dies zu erreichen!

      Vorbereitungen für Konferenzen in den kommenden Monaten sind in Arbeit, unterstützt durch den Frauenfonds für Frieden und humanitäre Hilfe, um zu informieren und zu diskutieren, wie die uns vorliegenden Dokumente auf Papier auch praktisch genutzt werden können.

Nach zwanzig Jahren müssen Frauen zusammenarbeiten, um alle schönen Worte in die Tat umzusetzen.

Karin Nordmeyer

Karin Nordmeyer ist Präsidentin des UN Frauen-Nationalkomitees Deutschland. Ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz für jahrzehntelangen Einsatz für Frauen- und Mädchenrechte war sie u.a. Sprecherin der INGO Conference bei der Vorbereitung der Übereinkommen gegen Menschenhandel und Übereinkomme gegen Gewalt an Frauen. ( Istanbul Convention) .

Palästinensische Journalistin

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